Reisebericht von Schweden

15.06.2020 bis 11.08.2020

Die Route der ersten Woche.

Bislang waren wir auf 2 offiziellen Stellplätzen die Strom und Wasser geboten haben. Ansonsten sind wir gerne Freisteher. Die Hunde gewöhnen sich langsam an den Wohnmobilalltag und genießen die langen Strand – und Waldspaziergänge. Da das Wetter bislang noch sehr durchwachsen ist, ist an den Stränden so gut wie nichts los. Das ist das Paradies für unsere Löwenjäger. Sie können sich auspowern und liegen abends platt in der Koje. Ein wenig kämpfen wir noch mit der Technik und dem Fahrzeug. Das Fahrzeug wurde nach Malmö sehr laut und die Technik schaltete sich am 3 Tag ganz ab. Das lag daran, dass der Batteriewächter die 12Volt Verbraucher komplett abgestellt hat und dadurch die komplette Bordversorgung lahmgelegt hat. Auch der Gasfluss benötigt 12 Volt. Mittlerweile haben wir herausgefunden, dass der Victron Batterie Protector bei 11,5 V abschaltet. Dieses wurde in Simmrisham bei einer Victron Vertretung umprogrammiert auf eine Voltzahl von 9,6 V. Ein sehr nettes Team! Für 200 Kronen in die Kaffeekasse wurde alles schnell erledigt.Mittlerweile weiß ich allerdings, dass der Kühlschrank das Problem ist. In der Automatikschaltung sollte er laut Beschreibung , 15 Minuten nach Motorstillstand selbständig auf Gas umschalten. Das hat er nicht gemacht. In unserem alten Mobil hatten wir keine Automatik und haben uns daher auf uns selber verlassen. Das machen wir nun erst mal wieder.nun ein paar Bilder von der ersten Woche. Wir melden uns dann Anfang nächster Woche wieder mit den neusten Nachrichten aus Schweden.

Reiseroute der 2 Woche

Nach dem Besuch der Victron Werkstatt und der Umprogrammierung des Batterie Protectors verläuft alles gut und wir beschließen nach 2 Tagen werkstattnahen Aufenthalt um Simrishamn weiter zu fahren. Auf dem Weg nach Kristianstad wird die Lautstärke unseres Autos immer unerträglicher und wir entschließen uns, im Internet nach einer Werkstatt auf unserem Weg zu suchen. Es gibt eine Werkstatt Namens Malte Manson MAN Truck and Bus in der Nähe von Kristianstad. Wir fahren dort vorbei und die Männer vor Ort haben sich schnell um uns gekümmert. Nach einem Blick unter das Auto wurde das Führerhaus gekippt und drei Männer haben auf den Motor geschaut. Der eine entdeckte den Fehler sehr schnell. Der Zylinderkopf war an einer Stelle stark verrußt. Sie unterhielten sich kurz und sagten uns, dass es kein Problem wäre weiterzufahren, da sie die Ersatzteile erst bestellen müssten und die vor Freitag nicht hier ankommen würden. Dann müssten sie auch erst den Chef fragen, ob sie das am Freitag oder evtl. auch erst am Montag machen könnten. Der Chef wurde angerufen und es wurde noch gefragt, ob ich mit Karte bezahlen könnte. Nachdem alles geklärt war, alle Ausweise und Papiere aufgenommen waren bekamen wir für Freitag morgen 7.00 Uhr den Termin.

Erster MAN Werstattbesuch

Unsere Henriette war pünktlich um 7.00 Uhr in der Werkstatt und verließ diese um 9.30 Uhr. Und sie schnurrte wieder leise vor sich hin. Eine Wohltat nach fast einer Woche lauter Motorengeräusche.

Die Übeltäter

In den 2 Tagen haben wir Kristianstad und seine Umgebung erkundet. Viel los ist auch hier in Schweden aufgrund der Pandemie nicht. An einem nahegelegenen See finden wir einen wunderschönen Stellplatz. In der Abenddämmerung gehen wir nochmals eine Runde mit den Hunden. Es war ein bisschen wie Heimat! Die Killermücken waren hier. Klar, wir waren auch in einem Vogelschutzgebiet. Also flüchten wir wieder in unsere Henriette und verbringen den Abend im Auto. Am Donnerstag fahren wir weiter, um einen Badestrand zu finden. Den finden wir, allerdings dürfen die Hunde nicht ans Wasser. Der Badeplatz am See ist durch Stege wie ein Schwimmbad angelegt. Die Kinder sind also in einem abgeschlossenen Bereich, in dem sie auch stehen können. Die Erwachsenen können auch außerhalb der Abtrennung schwimmen. Die Nutzung ist kostenfrei und es ist gut besucht. Insgesamt stellen wir fest, dass die schwedischen Komunen sehr viel für die Bürger tun. Nachdem wir uns abwechselnd abgekühlt haben, geht es weiter in ein Waldstück. Dort finden wir eine alte Schwarzpulverfabrik. Hier gibt es Wasser und einen ausgiebigen Spaziergang durch den kühlen Wald.

Am nächsten Tag fahren wir auf die Halbinsel Lindö Udde Naturreservat. Auch hier ein toller Stellplatz mitten in der Natur. In dem Gebiet sind Vogelbeobachtungsmöglichkeiten. Man kann dort Graugänse, Kanadische Gänse und Möwen beobachten. Wir feiern hier auch den ersten Geburtstag von Quappo, unserem kleinen Rhodesian Ridgeback. Die Sonne scheint und wir sind alle platt und genießen die Ruhe, die kühle Ostsee und die Wärme.

Wir fahren von hier aus ca 100 km an der Küste entlang und finden ungefähr 5 km vor Kalmar einen schönen Stellplatz am Meer in Ekövägen. Auch hier wieder ein Schwimmbad in der Ostsee . Wir genießen auch hier das kühle Nass. Gegen Abend machen wir mit den Hunden einen Spaziergang und finden Steinpilze, die wir dann auch gleich mit Nudeln und Kräutern zum Abendessen zubereiten. In Kalmar machen wir eine schöne Runde im Schloßpark und gönnen uns noch ein paar Zimtschnecken und einen Kaffee im fast leeren Städtchen.

Die Nacht verbringen wir in den Schären in einem in 1335 bereits erwähnten Ort Namens Ödängla. Es ist bislang der schönste Stellplatz, den wir hier in Schweden gefunden haben. Es ist wunderbar für die Hunde, da sie hier direkt am Wasser spielen und toben können. Die Ruhe ist schon fast unheimlich. Wir sitzen vor dem Auto und schauen mit dem Fernglas auf die kleinen Inseln und beobachten die Vögel .

Heute verbringen wir für‘s erste den letzten Tag an der Ostküste und übernachten in Oskarshamn im Yachthafen. Ruhiger netter Platz direkt am Wasser. Die meisten Wohnmobilisten stehen im großen Hafen kostenpflichtig. Das Städtchen ist wie bislang alle Städte wie ausgestorben.

Oskarshamn Jachthafen
Route 3 Woche und 4 Woche
Wunderschöne Wanderung um den Hyältevad See bei stürmischem Wetter

Jetzt sind wir nach 2 Tagen wieder auf Tour. Auf eine Empfehlung sind wir als erstes nach Eksjö gefahren. Hier gibt es im Stadtkern eine Menge sehr gut erhaltener Holzhäuser von denen einige über 450 Jahre auf dem Buckel haben.

Nach Eksjö sind wir nach Katthult gefahren. Unterwegs haben wir Kraniche gesehen. Unser Stellplatz war im Norre Kvillis Forst Nationalpark. Das ist ein kleiner Urwald der seit ca 1950 sich selber überlassen ist. Sehr schöneSpaziergänge sind hier möglich. Die Übernachtungsplatz ist derParkplatz von dem aus die Rundwege durch den Park führen. Toiletten und Abfallentsorgung ist hier möglich. Es ist sehr ruhig. Außer uns war noch ein weiteres Wohnmobil dort.

Von hier aus geht es am nächsten Tag weiter in Richtung Küste. Der Weg führt uns über Vimmerby nach Västervik. Da wir in Norre Kvillis erst Mittags nach einer zweiten großen Wanderung weggefahren sind kommen wir erst gegen 18.00 Uhr dort an. Der Stellplatz in Västervik im Hafen ist voll und wir müssen weiterfahren in das Nahe gelegene Gränsö Das ist nur 5 km weiter und liegt in einem Naturpark mit Schloß. Hier gibt es auch einen schönen Rundwanderweg durch ein Rotwildgehege und vorbei an schönen Badebuchten. Leider ist es windig und zu kühl und wir laufen nur noch eine Runde mit den Hunden. Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück zu einem Bummel durch Västervik. Leider ist auch hier durch Corona so gut wie nichts los. Viele Cafés, Bars und Restaurants lassen unsereinen wie voll es unter normalen Bedingungen hier sein kann. In der Innenstadt gibt es schöne für Schweden typische Holzhäuser. Da in Schweden alle Supermärkte auch an Sonntagen geöffnet haben, füllen wir unsere Vorräte wieder auf und fahren weiter auf einen nahegelegenen kleinen Platz direkt auf einer Klippe in den Schären.

Nach einer wirklich absolut ruhigen Nacht fahren wir weiter um im Nahe gelegenen Ort Gladhammars eine empfohlene Wanderung zu machen. Da wir dann auch übernachten wollen fahren wir von der Straße ab und finden am Ende eines Forstweges einen schönen Platz mitten im Wald. Wir laufen von hier aus die empfohlene Route von ca 9 km und haben Glück mit dem Wetter. Der starke Wind fegt die Wolken über uns, so dass wir nur vereinzelt ein paar Tropfen abbekommen. Wir finden zum Abendessen ein paar Pfifferlinge, Walderdbeeren und Heidelbeeren.

Von der Küste geht es wieder in den Wald. Wir besuchen die Kinder von Bullerbyn. Ein kleiner netter Ort mit 5 Häusern und einem eben so großen Parkplatz den wir als Ausgangspunkt einer Rundwanderung nutzen. Erstmalig bezahlen wir eine Parkplatzgebühr in Höhe von 50SK . Nach einem Blick auf die Karte merken wir, dass wir für den Rundwanderweg hier nicht richtig sind. Trotzdem schauen wir uns das Dorf Bullerbyn an. Hier wurde der Vater von Astrid Lindgren geboren. An jedem Gebäude hingen Fragen zu dem Buch „die Kinder aus Bullerbyn“ Nachdem wir die Häuschen angeschaut haben und nun wissen wo Lasse und Bolle gespielt haben fahren wir weiter nach Perlane wo wir den Rundwanderwg vermuten. Als erstes schauen wir uns eine der ältesten Glockentürme von Schweden an. Dieser hier stammt aus dem Jahr 1392. wir finden den Rundwanderweg auch hier nicht, laufen dann aber einfach los. Danach fahren wir zurück an den Hökesjön See.

Nachdem wir beschlossen haben, noch eine weitere Nacht an dem See Hökesjön zu bleiben, geht unser Gasvorrat zu Ende. Wir schauen im Internet nach einer Auffüllstationen in Schweden. Wie wir aus verschiedenen Berichten entnehmen können, ist die Gasversorgung in Schweden eher kompliziert. Die Gasversorgung zu wechseln und auf schwedische Flaschen umzustellen kommt für uns nicht in Frage, da die Flaschen hier in Schweden nicht zurückgegeben werden können. Die nächste Füllstation gibt es im 119 km entfernten Jönköping. Wir fahren gleich los und geben den Platz auf. Kurz vor Jönköping finden wir einen Stellplatz in Husquarna mit Blick über den See. Am nächsten morgen fahren wir zum Gashandel und bekommen problemlos unsere 2 Gasflaschen für 660 SK wiederbefüllt. (Teuer!!) Danach erledigen wir noch ein paar Einkäufe und finden einen schönen See in Vaggeryd im Wald gelegen. Wir gehen baden, danach suchen wir Blaubeeren und organisieren das Auto zum 4. mal um. Am Abend nutzen wir die am Strand befindliche Feuerstelle und genießen die schnell vorbeiziehenden Wolken die sich im See spiegeln und die Ruhe. Die Hunde konnten hier ausgiebig toben und spielen. Jetzt kommt die Nachricht, dass die Post, die wir uns nach Schweden haben nachschicken lassen, endlich in Hyältevard angekommen ist. Somit ist der Weg für den nächsten Tag klar. Wir fahren zurück zu Jutta und Ulf und genießen nochmals deren Gastfreundschaft.

Nun sind wir in Hyältevard und holen unsere Post. Es ist eine Prepaid Karte, die für das Handy von Susanne bestimmt ist. Eine weitere Karte haben wir uns in Schweden gekauft, um unseren Router zu aktivieren. Das mit dem Akrivieren war gar nicht so einfach, da man die Sprache im Internet nicht umstellen und wählen konnte. Somit wurde alles auf schwedisch beschrieben. Susanne hat es aber mit viel Geduld nach ein paar Stunden hinbekommen. Es läuft. Jetzt können wir wieder weiter an unserer Seite arbeiten. Die neusten Nachrichten von der norwegischen Regierung, reisende Urlauber aus Schweden auch weiterhin nicht in das Land zu lassen, haben uns kurzzeitig überlegen lassen, die Route zu verändern, zurück nach Deutschland zu reisen und von dort aus die Tour über Polen……. einfach anders herum weiter zu fahren ? Aber nach einigem hin und her haben wir uns entschieden, weiter auf dem Weg durch Schweden zu bleiben. Mehr Nachrichten wieder in der nächsten Woche.

Reiseroute 5 Woche

Im Nationalpark Omberg Ecopark bewältigen wir einen schönen, knapp 9 km langen Rundweg und sind abends angenehm müde. Wir finden ganz in der Nähe einen wunderschönen Stellplatz mit Blick und Sonnenuntergang (siehe Bilder oben) auf den Vätternsee. Der Platz scheint bekannt zu sein, denn es fahren die halbe Nacht Leute hier her um die Aussicht zu genießen. Nach dem Frühstück geht es weiter nach Vadstena, einem netten Ort am Vätternsee mit einem schönen Barockschloss. Hier sehen wir das erste mal auf unserer Tour (trotz Corona) viele Besucher und Touristen.

Vadstena Schloß

Nach dem Stadtrundgang fahren wir weiter am Vätternsee bis Motala. Dort wollen wir uns den alten Gota – Kanal, der von der Idee her Stockholm und Göteburg verbinden sollte, anschauen. Wirtschaftlich konnte er wohl nie richtig genutzt werden. Heute dient er hauptsächlich für Tourismus mit „Hausbooten durch Schweden“. Da es schon 18.00 Uhr ist, fahren wir weiter, um an irgendeinem See einen schönen Übernachtungsplatz für unsere Henriette zu finden. Den finden wir am „Trollsfall“, einem kleinen See in der Nähe vom Zinkabbau. Außer uns steht hier noch ein weiteres Wohnmobil aus Deutschland.

Unsere Henriette am „Trollsfall“

Am nächsten Morgen geht es nach einem erfrischenden Bad weiter nach Askesund. Hier kann im Hafen Wasser aufgenommen werden und weiter geht es in den Tiveden Nationalpark, der einer der schönsten Nationalparks Schweden sein soll. Es regnet. Nach der wichtigsten App von Susanne soll es allerdings nur bis 15.00 Uhr regnen. Wir warten also die 1,5 Stunden ab, da weder wir noch unsere 2 Hunde Lust haben, bei dem Wetter raus zu gehen und vertreiben uns die Zeit mit Spiel und Kaffee. Die App hatte leider unrecht und wir verlassen das Auto gegen 18.00 Uhr für eine Regenrunde. Die macht dann aber auch Spaß und wir sehen, was uns morgen hier erwartet. Nachdem wir wieder einen Becher mit Heidelbeeren geerntet haben, suchen wir uns hier in der Nähe eine Übernachtungsmöglichkeit an einem Angelsee und hoffen auf besseres Wetter am nächsten Tag.

Rundweg im Tiveden Nationalpark

Der Wettergott meint es gut mit uns und wir laufen den mit 10 km größten Rundweg, der rund um den See geht. Es ist wunderschön ! Die Strecke macht viel Spaß, sie ist abwechslungsreich und führt durch dichte Wälder, über Felsen direkt über dem See und durch jede Menge Heidelbeeren. Abends hören wir aus der Hundehöhle tiefes Schnarchen – wir haben sie heute gefordert. Auch sie mussten über Felsen klettern.

Schnarchen aus der Hundehöhle

Am nächsten Morgen fahren wir zurück nach Askesund, da der Wasserdruck im System immer geringer wird. Wir müssen das Wasser komplett ablassen und dann die Verstopfung finden. Da wir dort auch Wasser fassen können, ist es kein Problem. Die Übeltäter werden entfernt. Es sind Plastikspäne, die beim Einbau des Wassersystems nicht aus dem Tank entfernt wurden. Schade, dass hier so oberflächlich gearbeitet wurde.

Am selben Abend haben wir das bislang einsamste Fleckchen für unsere Henriette gefunden. Es ging direkt in den Wald, einen kleinen Abhang hinunter und dann haben wir einen Platz gefunden, der scheinbar für uns gemacht war.

Mitten im Wald

Heute ging es dann über Örebrö nach Glanshammar

Örebrö Schloß
Glanshammar um 1.00 Uhr nachts

Aufgrund von Corona lassen wir Stockholm rechts von uns liegen und fahren über Skokloster, einem weiteren Schloß, welches um 1650 nicht von einem König sondern einem Feldherren erbaut wurde, in Richtung Uppsala. In Skokloster übernachten am Strand und machen einen schönen Rundweg durch den Wald und am See entlang. Auch am Schloß ist wieder viel los.

Schloß Skokloster

Am nächsten Morgen scheint die Sonne und wir genießen diese noch eine Weile am Strand, bevor wir uns auf den Weg nach Uppsala machen.

Schloß in Uppsala

Uppsala ist ein nettes, kleines Studentenstädtchen – man erkennt das ganz schnell an den vielen Fahrrädern und Kneipen. Es gibt ein kleines Schloss, einen Dom und die alten Universitätsgebäude zu besichtigen.

Alle Fotos sind gemacht und die Fahrt kann weitergehen. Einen kleinen Zwischenstopp müssen wir noch machen und im Einkaufszentrum Nachschub besorgen. Die ganzen großen Geschäfte haben hier auch Sonntags bis um 22.00 Uhr geöffnet und der ICA ist noch gut besucht. Die Schweden kaufen wohl sehr gerne Fertigprodukte ein – es gibt kilometerlange Regale und Truhen davon.

Schlossgarten in Uppsala

Wir übernachten am Badesee Testen, hier kommt abends um 22.30 Uhr noch eine Mama mit ihrer Tochter vorbei um zu baden ….. andere Länder, andere Sitten !

Am nächsten Tag (es ist übrigens der 20.Juli) besuchen wir Öregrund, ein ganz hübsches kleines Hafenörtchen mit sehr vielen Touristen. Wir spazieren ein bisschen herum, essen ein leckeres Eis ( besondere Sorten sind hier Lakritze und Blaubeeren) und finden wieder ein nettes Plätzchen direkt am Meer. Wir trauen uns sogar, ein schnelles Bad in der Ostsee zu nehmen, das ist sehr erfrischend !

Reiseroute der 6 Woche
Danach weiter an der Küste in den Ort Öregrund
Hier bleiben nicht nur die Köpfe kühl

Der Blick aus dem Fenster lässt uns nochmals unter die Bettdecke kriechen: es ist alles grau und es regnet. Irgendwann beschließen wir doch, aufzustehen und weiterzufahren. Der nächste Stopp ist in Gävle, hier gibt es einen großartigen Stadtpark und die Schweden sind trotz des wechselhaften Wetters am Picknicken, Grillen, Minigolf spielen und chillen.

Im Stadtpark von Gävle

Als Belohnung darf Henriette heute noch ein bisschen auf die Piste: die Offroad-Strecke zu unserem Stellplatz macht ihr viel Spaß. Wir finden ein ganz einsames Plätzchen an einer Steinküste, machen ein schönes Feuerchen und genießen den Sonnenuntergang. Die 2 Jungs machen ein bisschen Agility und Kletterübungen auf den Steinen, ein schöner Tagesabschluss.

Norresund: super Stellplatz über Offroadpiste zu erreichen
Während die einen am Feuer kuscheln,
genießt der andere den Wind !

Wir freuen uns: am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne ! Wir sammeln noch schnell ein paar Blaubeeren und Walderdbeeren fürs Frühstück, dann verlassen wir das nette Plätzchen wieder.

Weiter geht es nach Enänger, wir finden einen netten Stellplatz direkt am Wasser, allerdings ist hier für unseren Geschmack schon sehr viel los: immer wieder kommt ein Auto oder Schiffchen vorbei, zu später Stunde sogar noch ein VW-Bus, der hier auch übernachtet. Die Leute sind aber alle super nett und entspannt, bestaunen unsere Henriette und natürlich die 2 Hundis.

Erste Versuche mit dem Filter Rollei GND 8 in Enänger, einem weiteren Stellplatz an der Ostsee

Der Tag fängt eigentlich gut an: wir frühstücken gemütlich im Freien, dann geht‘s weiter Richtung Norden. Nach 10 Kilometer nimmt der vielversprechende Tag jedoch ein jähes Ende: Henriette bleibt einfach stehen ? Hans-Peter versucht sie zu reparieren, es scheint so, als ob sie keinen Sprit bekommt (das hatten wir ja vor der Abfahrt in Deutschland schon einmal). Es nutzt nichts, sie will einfach nicht anspringen. Mit Hilfe von Jutta und Ulf, die telefonisch einen Abschleppdienst für uns suchen, kommt nach 2 Stunden ein netter Mechaniker mit seinem großen Abschleppwagen vorbei. Er prüft vor Ort alles und kann sich auch nicht erklären, warum das Fahrzeug nicht anspringt. Schlussendlich wird das Ventil, das wir in Deutschland schon ausgetauscht hatten, wieder ausgebaut und siehe da: Henriette läuft wieder – allerdings kann man sie jetzt nicht mehr abstellen, das geht nur mit Abwürgen.

Wir zahlen den netten Mechaniker (bar, ohne Rechnung, das ist auch in Schweden günstiger) und fahren ein Stück zurück, um zu einer Werkstatt zu kommen. Wir entscheiden uns um, und beschließen, in Sundsvall zu der MAN-Werkstatt zu fahren. Auf dem Weg zu unserem Stellplatz reißt eine dumm herumstehende Fichte noch unseren Außenspiegel ab – was ein Tag ! Hab ich schon geschrieben, dass es natürlich heute geregnet hat ?

Am nächsten Morgen fahren wir in die Werkstatt und nach 3 Stunden ist die Welt wieder in Ordnung: neuer Spiegel dran und Ventil gerichtet. Wir schauen uns die Drachen in Sundsvall an, gönnen uns einen Cappuccino mit einer leckeren Kanebullar und fahren dann auf die Insel Alnön in das hübsche Fischerdorf Spikarna.

Drachen in Sundsvall
Spikarna

Weiter geht die Fahrt Richtung Höga Kusten. Unterwegs schauen wir uns noch das Schlösschen Merlo in Timrå an, das von einem deutschen Auswanderer, der sein Geld in der Holzindustrie gemacht hat, erbaut wurde.

Schloß Merlo
Stellplatz Älgsjö

Wir finden einen sehr allerschönsten Stellplätze: direkt am Meer, umgeben von schönen Wäldern und wir sind ganz alleine. Später stösst noch ein schwedisches Wohnmobil zu uns, ein älteres Ehepaar mit einem Dalmatiner ! Sehr zur Freude unserer Jungs ist das ein Mädchen ! So wird ausgiebig getobt und gespielt, ein richtiger Glücksfall.

Kleiner Spaziergang vom Stellplatz aus nach Nordingrå
Nationalpark Skuleskogen an den Höga Kusten

Nach dem Frühstück und einer kleinen Reparatur an der Wasserpumpe machen wir uns auf den Weg zum Skuleskogen Nationalpark. Bei schönstem Wetter wandern wir rund 3 Stunden durch Wälder, Heidelbeeren und Bachläufe. Der Park gefällt uns so gut, dass wir beschließen, den nächsten Tag auch noch hier zu verbringen. Wir übernachten daher direkt vor dem Südeingang des Parks und beenden den Tag mit einem netten Kniffelspiel.

Auch für den kleinen Freund gibt es hier ein Bad während der Wanderung
Aufstieg zum Slåttdalsskrevan
Schlucht Slåttdalsskrevan bei Regen

Montagmorgen: es ist grau und regnerisch – wir bleiben lieber noch ein bisschen im Auto und hoffen, dass der Regen aufhört. Der Wettergott hat ein Einsehen, so können wir endlich starten. Heute kraxeln wir über riesige Geröllfelder, hohe Felsbrocken und umgefallene Baumstämme. Wir kommen zu einer großen Felsenhöhle, hier staut es sich sogar ein bisschen, so viele Wanderer sind unterwegs. Die Tour ist ganz schön anstrengend, vor allem die rutschigen Felsen haben es in sich: wir rutschen beide aus, selbst die Hunde haben ihre Mühe.

Die Schlucht Slåttdalsskrevan im Skuleskogen Nationalpark bei Regen und Nebel
Das Essen für heute ist gesichert
Route 7 Woche

Wir verlassen die Hogä Kusten und übernachten in Nordmaling an einem großen Platz direkt am Meer. Unser Fahrzeug wird mal wieder bewundert und im Gespräch mit einem Schweden wird und die Elchfarm in Bjurholm empfohlen. So ändern wir kurzerhand die Route und fahren am nächsten Tag ein bisschen ins Landesinnere. Die Elchfarm ist enttäuschend, dafür sehen wir auf der Weiterfahrt am Straßenrand tatsächlich unseren ersten Elch !

Und da standen dann 2 Elche am Straßenrand in Granö

Am späten Nachmittag erreichen wir den Mårdselforsen Naturpark, ein kleiner Park an den Stromschnellen des Vindeläven. Wir überqueren den Fluss auf wackligen Hängebrücken und verschiedenen Holzbrücken, eine Mutprobe für die Hunde ! Aber unsere Löwenjäger sind mutig und schaffen das. Abends finden wir einen Platz am Fluss – wunderschön, aber es gibt Schnaken – sehr, sehr, sehr viele !! Selbst für uns schnakenerprobte Erfelder ist das zu viel – wir flüchten ins sichere Auto.

Am nächsten Tag flüchten wir vor den Plagegeistern und fahren an die Küste zurück. In Bjuröklubb finden wir unser Nachtquartier, hier gibt es einen schönen Sandstrand und die Jungs können sich mal wieder richtig austoben. Am nächsten Tag machen wir eine Wanderung zum Leuchtturm, wieder geht es über viele Felsen, Geröll und Matsch.

Bjuröklubb

Langsam müssten wir mal wieder ein paar Sachen waschen und so suchen wir nach einem Campingplatz mit einer Waschmaschine. Wir landen im Fiske-Camp und wie man sich denken kann, geht es auf diesem Platz hauptsächlich ums Angeln. Wir kümmern uns aber erst einmal um unsere Wäsche und nach 3 Waschgängen sind wir erst wieder richtig „sauber“. Alle anderen Camper sind mit angeln, grillen und räuchern beschäftigt, hier gibt es nämlich einen tollen Fischteich mit Forellen und Lachsen.

Weiter geht es an der Küste entlang bis kurz vor Luleå: wir übernachten in Möröm. Ein kleines Örtchen mit einem netten Hafen. Abends sehen wir noch ein paar Kraniche auf der Wiese, ansonsten ist hier nichts los. Leider kommt auch der Elch heute nicht vorbei, der angeblich hier schon gesichtet wurde.

In Luleå finden wir nochmals einen super schönen Sandstrand und können hier (vorläufig wohl das letzte Mal) in der Ostsee baden. Am Nachmittag kommt der „blaue Elephant“ bei uns vorbei – ein deutsches Pärchen, die ebenfalls mit ihrem Mobil, Töchterchen und Hund hier im Schweden unterwegs sind. Es wird ein bisschen gefachsimpelt und die Fahrzeuge begutachtet, dann ziehen die 4 weiter.

Sonnenuntergang in Lulea

Wir verlassen nun die Küste und es geht ins Landesinnere. Unterwegs sehen wir eine Elchmama mit ihrem Kleinen !! Wir freuen uns riesig, dass wir die beiden gesehen haben.
Bei den Storforsen finden wir unser heutiges Plätzchen, wieder ganz einsam, direkt am Fluss und einfach traumhaft schön. Am nächsten Tag marschieren wir zu dem Naturreservat, hier gibt es viele kleine Brücken, Picknickplätze und Feuerstellen mitten in den Stromschnellen des Piteälven.

Nachmittags kommen wir ein Stückchen weiter flussaufwärts noch zu den Trollforsen Wasserfällen – auch hier gibt es beeindruckende Stromschnellen. Wir übernachten hier und hören die ganze Nacht dem beruhigendem Rauschen des Flusses zu.

Weiter geht es nach Jokkmokk – der Name klingt schon so nett, dass wir uns richtig auf das Städtchen freuen. Unterwegs sehen wir Rentiere und schließlich überqueren wir ganz stolz den nördlichen Polarkreis. Wir sind dort ganz alleine und können ganz entspannt Erinnerungsfotos schießen.

In Jokkmokk besuchen wir die Touristeninformation und decken uns mit Karten, Plänen und Tipps ein. Dann wird Proviant nachgefüllt und siehe da, auf dem Parkplatz vom ICA steht plötzlich ein Defender mit dem Kennzeichen GG neben uns – was für ein netter Zufall. Es sind ein paar Jungs aus Mörfelden, die hier ebenso unterwegs sind.
Abends stehen wir ganz alleine am Lila Även, genießen unser Abendessen und ein Gläschen Rotwein bei einem wunderschönen Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen lockt uns die Sonne aus dem Bett und wir waschen uns in dem erfrischendem Flusswasser. Gestärkt mit einem ausgiebigen Frühstück geht die Reise weiter nach Kvikkjokk. Auf denn 100 Kilometer Fahrt begegnen uns gefühlt 10 Autos, Rentiere und der Meister Reineke. Kvikkjokk liegt am Ende der Straße, von hier aus geht es nur noch zu Fuß weiter.

Wir machen noch eine kleine Tour, müssen aber nach der Hälfte abbrechen – die Killerschnaken fressen uns auf. Dagegen sind die Schnaken in Erfelden wirklich Kuscheltiere. Sogar die Hunde sind total genervt und wollen nur noch zurück in ihre Höhle.

Am nächsten Tag rüsten wir uns auf mit Mygga, Autan und Thermacell – so haben die Mücken keine Chance mehr. Wir wandern 4 Kilometer steil bergauf, kommen auf das Fjäll und werden mit einem schönen Ausblick auf das Delta belohnt. Wieder im Tal zurück gönnen wir uns einen Kaffee mit Zimtschnecken, das haben wir uns verdient. Auf der Rückfahrt nach Jokkmokk sehen wir noch einige Rentiere, die Strecke ist bei Sonnenschein wirklich traumhaft schön.

Zurück in Jokkmokk suchen wir unseren Stellplatz am Fluss, da steht allerdings schon ein VW-Bus aus Berlin. Nach einem kurzen Hallo bleiben wir hinter ihm stehen. Abends trinken wir ein Bier mit dem netten Berliner Stefan und fachsimpeln über Henriette, Corona, Schweden ….. es ist ein netter Abend.

Da der Platz so schön ist und das Wetter ebenfalls nur Gutes verspricht, beschließen wir, am nächsten Tag hier einen faulen Tag einzulegen: wir machen ein bisschen Wäsche, genießen die Sonne und lassen den Abend an einem Feuerchen ausklingen. Auf der gegenüberliegenden Seite steht auch ein deutsches Wohnmobil, sie haben über Instagramm Kontakt mit uns aufgenommen ? Manchmal sind die neuen Medien schon auch sehr lustig.

Das war die Reise in der 8 Woche

Wir haben in den Nachrichten gehört, dass die Grenze nach Norwegen in Västerbotten geöffnet wurde – so beschließen wir kurzerhand, unsere Reiseroute zu ändern und nicht mehr weiter in den Norden Schwedens zu fahren. Stattdessen fahren wir wieder ein Stückchen zurück und fahren auf dem „blauen Weg“ Richtung norwegischer Grenze.

Kurz vor der Grenze finden wir eine nette deutsche Tierärztin, die unseren Hunden die für Norwegen obligatorische Entwurmungstablette gibt. Jetzt müssen wir nochmals 24 Stunden warten, dann können wir unser Glück versuchen. Ein letztes Mal finden wir einen schönen Platz am Flussufer, genießen die Ruhe und den letzten Sonnenuntergang in Schweden – ein wirklich fantastisches Reiseland.

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