Portugal, November 2025

Montag, the 3. November – heute kommen wir tatsächlich in das nächste Land: Portugal. Wie es aussieht, haben wir die mickrigste Grenzstation herausgesuchteine kleine Bergstrasse, die direkt in den Nationalpark Peneda-Geres führt. Als Reiseleitung habe ich mich natürlich vorher schlau gemachtaber hier habe ich mit der Planung ziemlich versagt !!!! Lt. den Angaben sollte man mit einem kleinen Spaziergang von 10 Minuten den ersten Wasserfall erreichenso wollten wir die Morgenrunde mit der Besichtigung dieses Highlights beginnenaber ich kann den richtigen Weg nicht finden. Frustriert kommen wir zum Auto zurück, frühstücken erst einmal und fahren dann direkt in den Park. Gleich darauf erkenne ich meinen Fehlerman hätte einfach auf der Strasse laufen müssen, die führt direkt zu den Cascaden ?? Mein Reiseführer meinte, dass man entlang der Strasse viele Hinweisschilder zu Aussichtspunkten und Wasserfällen findet, die man sich anschauen sollte. Das erweist sich allerdings als unmöglich: die Strasse ist so eng, dass man kaum an einem entgegenkommenden Fahrzeug vorbeikommt, anhalten ist strengstens untersagt und irgendwelche Parkmöglichkeiten sind für unsereschlankeHenriette nicht zu finden. Eine vernünftige Karte mit den Strassen im Park gibt es auch nirgendswir sind da von den Nationalparks in USA schon sehr verwöhnt. Trotz allem ist der Park unglaublich schön und beeindruckend, dazu noch haben wir allerbestes Wetter. Hans-Peter ist als Fahrer absolut gefordert, die Sträßchen sind supereng, die Bäume interessieren sich nicht für unsere Höhe und die Serpentinen lassen keine Sicht auf Gegenverkehr zu. Glücklicherweise ist nicht viel los, es kommt uns kaum ein Fahrzeug entgegen. To 2 Stunden nervenaufreibender Fahrt finden wir einen absoluten Hammer-Stellplatz im Nirgendwo mit einem atemberaubendem 360 Grad Rundblickeinfach grandios. Ein paar Kühe kommen uns besuchen, ansonsten herrscht hier absolute Ruhe.

Am nächsten Morgen verlassen wir schweren Herzens dieses tolle Fleckchen Erde und steuern Richtung Küste. Google hat uns verraten, dass Viana do Castelo einer der hübschesten Ortschaften in Nordportugal sein soll. Bevor wir den Stellplatz am Ufer des Lima ansteuern, wird noch der Großeinkauf im Supermarkt erledigt. Für die Nacht ist eine Wetterwarnung ausgegeben worden, heftiger Starkregen wird angekündigt – we are excited. Nachmittags erkunden wir das wirklich nette Städtchen, sind begeistert von den unfassbar vielen kleinen Gässchen, eleganten, teils renovierungsbedürftigen Stadthäusern, den prunkvollen Sakralbauten und den charmanten, individuellen kleinen Geschäften. Auf dem Weg zurück kehren wir in einer kleinen Bar ein, können sogar noch draußen sitzen und erfreuen uns an dem im Verhältnis zu Frankreich doch sehr preisgünstigen Bierchen. Etwas zu essen gibt es auch, so bleibt unsere Küche heute mal ungenutzt. Abends fängt wie vorausgesagt der Regen an, es schüttet wie aus Kübeln. Nachts donnert und blitzt es, die Tropfen trommeln ununterbrochen auf unser Dachso viel Regen haben wir wirklich noch selten erlebt.

Wednesday, 05.11.2025: von der kurzen Regenpause am Vormittag lassen wir uns täuschen, wir wagen noch einen Spaziergang ins Zentrum. Kaum sind wir angekommen, fängt es wieder an zu schüttenwir suchen Deckung im nächsten Cafe. Einigermassen trocken schaffen wir es zurück zu Henriette!! Da keine Besserung in Sicht ist, let's drive 100 Kilometer weiter nach Braga, parken neben einem großen Supermarkt und machen einen Waschtag. Auch hier gibt es vor dem Supermarkt eine perfekte Waschstation: 3 Maschinen plus Trockner, schnell und günstig. Bei meinem Weg zur Waschmaschine stehe ich erst einmal komplett im Wasserum Henriette hat sich eine riesige Pfütze gebildet, trockenen Fusses kommt man nicht mehr raus. All the same, die nassen Socken kommen gleich mit in den Trockner. Überhaupt haben wir überlegt, dass ein Trockner vielleicht unterwegs sinnvoller sein kann als eine Waschmaschine ?? Jedenfalls in den Ecken, in denen es oft regnet ?? Was soll’s, nach einer Stunde liegen Handtücher, Unterwäsche, T-Shirts und Socken wieder duftend sauber im Schrank. Zudem hat man Zeit, die Webseite weiter zu schreibenso ein Regentag hat also auch Vorteile !!

Am nächsten Morgen stehen wir wieder auf dem Trockenen, der Regen hat tatsächlich aufgehört. Wir machen uns auf den Weg in die Stadt (2,5 Kilometer, aber das schreckt uns nicht ab) – erst mal geht es ziemlich steil den Hügel hinauf. Bis oben ist es uns richtig warm. die Jacke kann in den Rucksack. Braga ist 2025 die Kulturhauptstadt Portugals, we find, die Stadt hat sich diesen Titel auf jeden Fall verdient. Sie gilt als eines der wichtigsten religiösen Zentren Portugals, unter den über 30 Kirchen der Stadt befindet sich die älteste Kirche Portugals. Wir fangen unsere Stadttour erst einmal profan mit dem Besuch der großen, modernen Markthalle anhier gibt es eine tolle Auswahl an frischen, lokalen und saisonalen Produkten. Natürlich findet sich auch eine nette Fischabteilung und eine Abteilung für lebende Tiere. Im Angebot sind Hühner und Kaninchen, man kann sich selbst sein Tier aussuchen, mit nach Hause nehmen und dort entscheiden, ob man es leben lässt oder ob es in den Backofen kommt.

Weiter im Stadtzentrum lassen wir uns treiben, schauen uns die Kathedrale, den Platz der Republik, den Bischofspalast, verwinkelte Gassen, Denkmäler und nette Geschäfte an. Natürlich testen wir die Spezialität Pastel de Nataein Blätterteigtörtchen mit einer Füllung aus Sahne, Eigelb, Zucker und Milchdie Törtchen haben den Test bravourös bestanden. Der Weg zurück zum Auto ist viel einfacher, nun geht es nur bergab.

Die nächste Etappe für heute findet sich 10 Kilometer außerhalb von Braga: Bom Jesus de Monteein Wallfahrtsort, Ausflugsziel, Weltkulturerbeein Gesamtkunstwerk. Das markanteste sind die barocken Monumentaltreppen, die über 580 Stufen und einem Höhenunterschied von 116 Metern zur Kirche führen. Clear, diese Anlage wurde 2019 ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Die heutige Anlage wurde 1722 unter dem Erzbischof von Braga, Rodrigo de Moura Teles begonnen, fertig wurde der Komplex im Jahre 1811. Für uns fühlt sich die Anlage ein bisschen größenwahnsinnig anaber das empfinden wir ja nicht das erste Mal auf dieser Reise. Auf jeden Fall ist der Bom Jesus absolut sehenswert, dieses Mammutprojekt ist echt gigantisch.

Nach der ganzen Kultur suchen wir uns für die Nacht ein nettes Plätzchendas gestaltet sich schwieriger als gedacht. Das nächste Ziel heißt Guimaräesdie sogenannte Wiege Portugals. Die Strassenführung ist recht eng und unser Tomtom führt uns ausgerechnet durch die engsten Gassenbis wir schließlich verbotenerweise falsch herum eine Einbahnstrasse durchfahren !! Glücklicherweise ist nichts passiert, wir erreichen unversehrt den angestrebten Platz. Außer uns stehen hier schon 10 weitere Wohnmobile, Hans-Peter quetscht Henriette gekonnt in die letzte kleine Lücke.

07.11. Erst mal wird Wasser nachgetankt, dann geht es zu Fuss in die wirklich sehenswerte Altstadt. Hier soll der erste König Portugals, Alfons I. geboren sein, weswegen der Ort die erste Hauptstadt des Landes war und als Wiege der Nation gilt. Die Burg und den Palast schauen wir uns von außen an, man kann einfach nicht alles auch noch von innen besichtigen. Gut gefällt uns das historische Zentrum und der schöne Park vor der KircheIgreja de Nossa Senhora”. Nach dem Stadtbummel tuckern wir weiter Richtung Portodenn da soll morgen den ganzen Tag die Sonne scheinen.

Saturday, the 08.11. Übernachtet haben wir direkt am Duoro, approximately 2,5 km vom Stadtzentrum von Porto entferntein genialer Stellplatz. So können wir morgens auf einem tollen Weg gemütlich in das Städtchen schlendern. Arrived there, sind wir erst einmal baff: mit so einer Menschenmenge hätten wir zu dieser Jahreszeit nicht mehr gerechnet. Die Strassen sind brechend voll mit Touristen, alle Plätze in den Strassencafes und Restaurants scheinen belegt, es herrscht eine unbeschwerte, fröhliche Stimmung. Vor einigen Jahren waren wir schon einmal in Porto (auch damals waren wir begeistert von der Stadt), so müssen wir kein Pflichtprogramm erfüllen, sondern können uns einfach treiben lassen. Only 2 Sachen stehen auf der Bucketliste für heute: der halbe Hase und die Katze: moderne Streetart. Den halben Hasen steuern wir zuerst an, er befindet sich gleich neben der Portweinkellerei Sandeman. Ein tolles Kunstwerk nur aus Abfall bzw. Plastikmüll. Die Katze (ein Graffiti) hat sich in der Altstadt gegenüber versteckt, mitten im Gewusel der kleinen Gässchen.

Eigentlich wollten wir uns auch noch die Buchhandlung Livraria Lello anschauenaber da wartet schon eine riesengroße Schlange vor dem Eingang. Kurz wird gegoogelt: das nächste Eintrittsfenster wäre erst in 2 hours, so lange wollen wir nicht warten. Wir lassen uns einfach weiterhin verzaubern von der Atmosphäre, genießen ein leckeres Bierchen und essen am Nachmittag portugiesische Spezialitäten am Praca da Ribeira.

Mit müden Beinen, vollem Bauch und bester Stimmung laufen wir abends zurück nach Hause. In Gedanken waren wir heute oft bei unserem Frodovor genau einem Jahr mussten wir ihn gehen lassen (und er fehlt uns immer !!). Am Strand zünden wir ein Kerzchen für ihn an, streuen ein wenig von seiner Asche aus und schicken ihm die besten Wünsche ins Regenbogenland.

Sonntags machen wir uns auf den Weg nach Aveiroein kleines Örtchen an der Lagune Ria de Aveiro. Charakteristisch für die Stadt sind die Kanäle mit ihren farbenfrohen Booten (Barcos Moliceiros), die traditionell zur Seetangernte genutzt wurden. Heute werden sie allerdings nur noch für den Touristenfang genutzt. Auch hier sind unfassbar viele Touristen unterwegs, jeder nutzt die letzten Sonnenstrahlen für einen Ausflug.

Nachmittags fahren wir ein kurzes Stück weiter zum Strand, hier liegt das kleine FischerdorfCosta Novabekannt für die bunt gestreiften Häuschen. Ich hatte mir ein idyllisches Dörfchen vorgestelltaber weit gefehlt: auch hier stehen 10 Reisebusse und hunderte von Autos auf dem Parkplatz. All right then, kurz ein paar Fotos gemacht und die Flucht ergreifen. Only 8 Kilometer weiter findet sich hinter der Düne ein einsamen Parkplatzgenau unser Geschmack.

After breakfast (dann ist es allerdings meist schon 10.00 clock :)), wollen wir einen schönen Strandspaziergang machen. Alles passtnur fängt es wieder an zu regnen. Klatschnass kommen wir zurück zu Henriette, schon von der Ferne sehen wir ein paar schwarze Gestalten um unser Auto herumlaufen ?? Was ist denn das ?? Beim genaueren Hinschauen erkennen wir vier kleine Frischlinge, die hier am spielen sind. Quappo kommt an die Leine, wir schleichen uns langsam zum Platz. Die Kleinen lassen sich überhaupt nicht beeindrucken, sie tollen weiter um unser Auto herumdie Mama ist wohl gerade anderweitig beschäftigt.

Alles ist festgemacht, weiter geht die Strecke nach Coimbra, der ältesten Universitätsstadt Portugals und eine der ältesten Universitäten Europas. Coimbra war auch einst Hauptstadt des Landes. Wir parken auf der anderen Seite des Flusses Mondego, von hier aus hat man einen tollen Blick auf die Stadt. Der Campus thront über allem, die Uni wurde 1290 auf dem Gelände eines ehemaligen Palastes erbautmittlerweile natürlich auch UNESCO-Weltkulturerbe. Gefühlt gibt es in Portugal jede Menge Weltkulturerbeda muss man doch mal Google befragen: tatsächlich gibt es in diesem Land 17 UNESCO-Welterbestättenüberdurchschnittlich viel !!! Nach der Stadttour suchen wir einen ruhigen Stellplatzden finden wir etwas ausserhalb auf einem kleinen Flugplatz. In the afternoon we drive a few kilometers to the next parking space, es gibt keinerlei Starts oder Landungen, wir haben eine sehr ruhige Nacht.

Tuesday, the 11.11.: die Wettervorhersage macht uns ein wenig Kopfzerbrechen, es soll in den nächsten Tagen so gut wie durchgängig regnen ?? Help ?? Alright, heute meint das Wetter es noch gut mit uns, das nützen wir aus für die nächste Besichtigungstour. Es geht zu einem weiteren UNESCO-Weltkulturerbe: das Städtchen Tomar mit seinemConvento de Cristo”. Es handelt sich hierbei um eine Kombination von Burg und Kloster der Tempelritter auf einem Hügel über der Stadt. Die Wehranlage wurde 1162 von Tempelrittern gegründet, nach Auflösung des Ordens ging die Burg in den Besitz des in Portugal neu gegründeten Ordens der Christusritter. Leider werden gerade Bauarbeiten durchgeführt, man kann nicht um die Burg herumlaufen. Dafür entdecken wir im Ort ein französisches Cafe mit leckeren Schneckennudelndas entschädigt alles.

Auf der Weiterfahrt kommen wir noch an dem riesigen Aqueduto de Convente vorbeiein von den Templern zwischen 1593 and 1614 erbautes, 6 Kilometer langes Aquädukt – impressive !!

Wie es sich für eine richtige Pilgerreise gehört, steht die nächste Pilgerstätte auf dem Programm: Fatimader größte Wallfahrtsort in Portugal. Der Ort selbst besticht erst einmal durch seine Hässlichkeitseelenlose Betonbunker beherrschen das Stadtbild. Am Heiligtum angekommen, kommen wir ins Staunen: es gibt eine Million Parkfläche, alles bestens angelegt, mit Toilettenanlagen, Mülleimern und Grünstreifen. Henriette stellen wir in einer Ecke ab, hier wirkt sie wirklich ganz klein. Ein paar Schritte weiter erreichen wir dasHeiligtum” – die große Basilika mit einem überdimensionierten Vorplatz. Alles hier wurde perfekt für riesige Menschenmassen geplant – incredible. Dann müssen wir erst zweimal blinzeln: sehen wir das richtig ?? And, tatsächlich gibt es hier eine gepflasterte Spur, auf der die Gläubigen auf den Knien betend die Strecke zurücklegen sollenund das machen tatsächlich einigedazu fällt uns nun wirklich nichts mehr ein.

Am anderen Ende des gigantischen Platzes (vergleichbar mit dem Platz vor dem Petersdom) steht eine weitere, moderne Kirchemit Platz für 9.000 Gläubige, das viertgrösste Gotteshaus der Welt – also, man kann ja alles übertreiben !!!!! Und das alles wegen der banalen Geschichte, dass 1917 die Muttergottes drei Hirtenkindern erschienen sein soll ?? Ich glaube fast, die haben sich hier das (Geschäfts-) Modell Lourdes abgeschaut und wollten das noch übertreffen. Irgendwie fasziniert das alles schon, aber man kann nicht begreifen, dass so viele Menschen wegen dieser Geschichte hier her pilgern (und auf Knien herumrutschen). Alright, ein kurzer Besuch im Souvenirshop muss sein, ich kann es mir gerade noch verkneifen, einen kitschigen Rosenkranz zu kaufen. Also, wir sind jetzt geläutert, nach so vielen Wallfahrtsorten kann uns auf der Reise eigentlich nichts mehr passieren.

12.11. ein kurzer Rundgang in den Ort, ein frisches Brot beim Bäcker, dann nichts wie weg von dieser heiligen Stätte. Unterwegs klopfen die Regentropfen unaufhörlich auf unser Dach, die Vorhersage hatte leider Recht. Gegen Mittag erreichen wir Nazareden Ort mit den höchsten Wellen auf der Welt. Erst einmal warten wir ab, ob der Regen irgendwann nachlässt !! Eine kurze Regenpause nutzen wir, um an den Strand zu gehen, die Wellen hier sind schon beeindruckend. Two, drei Surfer versuchen ihr Glück, aber anscheinend üben sie noch, wir sehen keine spektakulären Moves. Zwischenzeitlich haben sich die Wolken wieder verdichtet und lassen weiterhin Ballast abruckzuck sind wir patschnass. Da hilft nur zurück in die warme Stube und ausharren.

Es ist unfassbarder regen hört einfach nicht aufdie ganze Nacht hören wir Getrommel auf dem Dach. Nach einem gemütlichen Frühstück versuchen wir am nächsten Tag nochmal unser Glück und wagen einen Strandspaziergang. Und na klar, es erwischt uns wieder ein kräftiger Regenschauer. Da es in den nächsten Tagen lt. Vorhersage zu keinen Monsterwellen kommen soll, fahren wir wieder ein Stückchen weiter. Unterwegs erreichen wir Obidos, ein kleines Mittelalterdorf mit einer komplett erhaltenen Stadtmauer. Hier waren wir bei unserem ersten Portugalbesuch auch schon, das hat uns damals sehr gut gefallen. Ohne einen Regentropfen schlendern wir durch die kleinen, schon weihnachtlich geschmückten Gässchen. Einen Titel gibt es hier auch: Obidos ist UNESCO City of Literature. Ein paar Kilometer wollen wir noch fahren (wir brauchen Strom, die Solarzellen produzieren bei dem Wetter nullkommanichts), schließlich landen wir auf einem aufregenden Stellplatz auf den Klippen. Die Aussicht ist genial und das Rauschen der Wellen klingt wie Musik in unseren Ohren. Nachts schüttet es auch hier ohne Unterlass und Henriette schwankt bei den Windböen so heftig, wie wir es noch nie erlebt haben.

Friday, the 14.12. wir starten den Tag mit einem ausgiebigen Spaziergang auf den Klippen, die Schuhe sind zwar durch die Pfützen innerhalb von Sekunden total durchweicht, aber die Aussicht ist einfach grandios. Quappo genießt das Gelände auch voll und ganz, hier kann er toben, rennen und immer mal aus den Pfützen trinken. Später machen wir uns auf den Weg nach Mafra, eine ganz kleine Stadt, in der aber der größte Palast Portugal stehen soll ?? Was als feierliches Gelübde von König Johanns V begann, ein bescheidenes Kloster für 13 Mönche zu errichten, entwickelte sich zu einem der extravagantesten Bauprojekte Europas. Der König, dessen Ehe mit Königin Maria Anna von Österreich auch nach drei Jahren noch kinderlos war, versprach, zu Ehren des Antonius von Padua ein Kloster zu errichten, falls seine Gebete um die Geburt eines Thronerben erhört würden. Tatsächlich begannen die Bauarbeiten nach der Geburt seiner Tochter 1717. Durch den immensen Zufluss brasilianischen Goldes im 18. Jahrhundert wurde der Palast zu einem Komplex von solcher Größe, dass sein Bau den Staat beinahe in den Bankrott trieb und eine Belegschaft von bis zu 25.000 Arbeiter erforderte. Das prunkvolle Gebäude umfasst neben dem Kloster für 300 Mönche auch eine Basilika und einen königlichen Palast mit 666 Räumeneine Gesamtwohnfläche von rund 38.000 qm !! Gebaut wurde das Monstrum in einer Rekordzeit von 13 Jahren von 1717 until 1730. Abends finden wir einen unspektakulären Stellplatz in Santa Susanne mit einem tollen Blick auf den nachts schön beleuchteten Palast. Ein paar Meter die Strasse hinunter haben wir einen kleinen Imbiss gesehenda wir ja immer noch Strom sparen müssen, holen wir uns da ein lecker gegrilltes Hähnchen.

Für Samstagnachmittag ist gutes Wetter vorhergesagt, so machen wir uns auf zum nächsten Highlight: Sintra, der Sommersitz der Könige und des Adels. Das Örtchen liegt total in bewaldeten Hügeln, ist sehr eng und nicht unbedingt für Henriette geeignet. Daher parken wir auf einem großen Busparkplatz, machen uns zu Fuß zum Palacio National da Pena. Auf den Fotos sieht dieser Palast aus wie ein Disney-Schloss von Cinderelladas will ich unbedingt anschauen. To 2,5 km Fußmarsch steil bergauf stehen wir vor den Eingangsportalenes stehen gefühlt Tausende Menschen, Tuktukt, Taxis und Busse davor. An der Infotafel sticht uns gleich das Hunde-verboten-Schild ins Auge, selbst in den Garten darf unser Vierbeiner nicht mitdoof !!! Von außen kann man nur die Spitzen der Burg sehenich bin echt frustriert. Nun muss Plan B her – we are thinking about, wie wir weiterkommen. Ein netter, freundlicher und sehr geschäftstüchtiger Tuktuk-Fahrer erkennt unser Dilemma und bietet uns an, dass er uns in die Stadt hinunterfährt. Kurz wägen wir ab, dann sitzen wir schon in dem kleinen Gefährt. Selbst Quappo findet es ok., auf jeden Fall besser, als selbst zu laufen :)!! Angekommen in der Ortsmitte erreichen wir in kurzer Distanz den Nationalpalast und den Quinta da Regaleiraein beeindruckendes Meisterwerk der neomanuelinischen Kunst, natürlich gehört dieses Kunstwerk zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Anwesen wurde im frühen 20. Jahrhundert von dem Millionär Antonio Augusto Monteiro erbaut. Der Palast besticht durch eine einzigartige Architektur mit unterirdischen Tunneln und einem fantastischen, mysteriösem Park.

Erschlagen von den vielen Highlights treten wir den Rückzug anwieder 2,5 Kilometer über den Hügel. Wir sind echt k.o., fahren noch schnell an die Küste und erreichen genau zum Sonnenuntergang den hübschen Küstendorf Azenhas do Mar, das auf einer Klippe am Atlantik zu kleben scheint.

Der Vorteil von Regenes gibt herrliche Regenbogen !!

Unser Nachtplatz liegt genauso auf den Klippen, aus unserem Fenster sehen wir die Wellen an die Klippen schlagen. Nachts hören wir nur noch ein paar letzte Regentropfen, die Schlechtwetterfront scheint langsam vorbei zu sein.

Sunday, 16.11. wir freuen uns über die kleinen Sonnenstrahlen, die uns morgens wecken. Gestärkt nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir die wunderschöne Küstenstrasse entlang bis zum westlichsten Punkt Europas: Cabo da roca. Natürlich müssen wir kurz anhalten und das obligatorische Beweisfoto knipsen.

Auf der weiteren Strecke kommen wir an tollen Felsküsten und endlosen Sandstränden entlangalles sehr ansprechend. In Cascais machen wir einen weiteren Stop, um uns dasBoca do Infernoanzuschaueneine hübsche Felsformation als Naturbrücke. Die Stadt ist eine richtige Urlaubsregion, eine Hotelanlage neben der anderenuns gefällt es hier nicht besonders. Kurz entschlossen entscheiden wir, dass wir die 30 Kilometer weiter fahren nach Pontinha, einem Vorort von Lissabon mit einer Metro-Station.

Wir verbringen die Nacht auf einem riesengroßen Parkplatz, es gibt Parkmöglichkeiten ohne Ende. Trotzdem entscheiden wir, Henriette ganz korrekt zu parkenvielleicht wird der Platz ja am nächsten Morgen voll ?? And indeed, am Montagmorgen strömen von allen Seiten die PKW’s an, a 9.00 Uhr gibt es keine Lücke mehr. Die Wettervorhersage für den Tag verspricht Gutes, so machen wir uns also guten Mutes auf in die Stadt. Vor ein paar Jahren waren wir schon einmal für 2 Tage hier, allerdings hat uns die Stadt nicht so richtig gut gefallen (lag vielleicht an dem schlechten Wetter ?) – wir geben ihr heute eine zweite Chance, uns zu überzeugen.

Als ersten kaufen wir ein Tagesticket für 7,50 Euro für die U-bahn und sämtliche Bussedamit sollten wir überall hinkommen. Nach meinem Plan fährt die Metro bis nach Belem, that is our first goal. Beim Umsteigen muss ich aber feststellen, dass ich wohl diegeplanten Metrostrecken” have found, nicht die tatsächlichen. Ab hier geht es nur mit dem Zug weiter, also die nächste Fahrkarte gekauft. In Belem angekommen müssen wir noch eine ganz schöne Strecke bis zum Torre de Belem laufen. Der Turm wurde im frühen 16. Jahrhundert als Teil eines Verteidigungssystems errichtet und diente später als Leuchtturm und Zollstation. Er gehört selbstverständlich zum UNESCO- Weltkulturerbe, dummerweise ist der Turm wegen Renovierungsarbeiten komplett eingepackt. Nach den obligatorischen Fotos schlendern wir zum Mosteiro dos Jeronimos, ein mächtiges Kloster. Nahe der Stelle, an der der Thronerbe Henrique eine Kirche errichten ließ, baute König Manuel I ein mächtiges Kloster. Das Mosteiro ist seit 1983 ebenso UNESCO Welterbe. Nachdem diese wichtigen Punkte abgeklappert sind, fahren wir mit der Bahn wieder zurück in die Stadt.

Genau in dem Moment, in dem wir im Trockenen auf den Zug warten, kommt mal wieder eine richtiger Regenguss herunter – Lucky !!! Beim Umsteigen von der Bahn zur Metro dann unserer Horrorerlebnis: Quappo ist ja eh nicht der Mutigste, wenn es ums U-Bahn fahren geht und so geht er nie gerne durch die Eingangsschranken. Eine nette Dame bemerkt das und meinte, wir sollen weiter vorne durch eine größere Tür gehen. Das machen wir, aber dummerweise sträubt sich unser Vierbeiner, über die Schwelle zu gehen und schon schließt die Tür ?? Er wird eingequetscht und jault natürlich mit Recht sehr heftig. Ich versuche, die Tür aufzubekommen, drücke den Norknopf, Hans-Peter versucht von außen, die Flügel auseinander zu ziehen, fremde Menschen wollen auch helfenaber das Ding geht einfach nicht auf. felt 100 Minuten später öffnet sie sich endlich, wir sind alle drei total fertig. Quappo ist glücklicherweise nicht verletzt, aber er sagte uns gleich, dass er keine Lust mehr auf U-Bahn fahren hat. Nach diesem Schreck brauchen wir eine kleine Pause, setzen uns ins nächste Restaurant und trinken etwas. Glück um Unglück: es fängt schon wieder an zu schütten und wir sind im Trockenen.

Für das eigentlich geplante Besichtigungsprogramm haben wir keine Lust mehr, wir schlendern ein bisschen durch den historischen Kern, ich besichtige das sexiest WC der Welt, wir bummeln durch den Weihnachtsmarkt, essen ein Pastel de Bacalhau, danach noch ein Croissant und beschließen, im Parque Eduardo VII nochmal einen kleinen Zwischenstopp einzulegen. In der U-Bahn werden wir von einem Kontrolleur nun noch darauf hingewiesen, dass der Hund einen Maulkorb tragen mussQuappo versteht die Welt gar nicht mehr.

Die Gartenanlage ist wirklich sehr schön, man hat einen tollen Blick auf die Stadt und unser Hundekind kann ein bisschen Stress abbauen. Eigentlich hatten wir vor, etwas essen zu gehen, aber zum draußen sitzen ist es zu kalt und an den Eingangstüren klebt überall das Hundeverbotsschild. Also, nach diesem Tag ist eines klar: Lissabon hat seine 2. Chance gehabt und nicht genutztgehört einfach nicht zu unseren Lieblingsstädten !!

18.11. einen weiteren Tag Stadt brauchen wir alle drei nicht mehr, so starten wir nach dem Frühstück ganz gemütlich Richtung Strand. Dabei überfahren wir die größte Brücke Europas, die Vasco da Gama. Das Bauwerk überspannt den Fluss Tejo, ist über 17 Kilometer lang und fährt sich wie eine Autobahn.

Unsere Vorräte neigen sich dem Ende zu, so steuern wir den nächsten Supermarkt, Continentale, an. Gut ausgerüstet fahren wir die wunderschöne Küstenstrasse N 379-1 im Arrabida-Nationalpark entlangmit traumhaften Ausblicken auf die Küste auf der einen und auf Lissabon auf der anderen Seite. An einem schönen Strand machen wir eine Kaffeepause, laufen barfuss im Sand und überlegen, dort zu übernachten. Aber es steht ein eindeutiges Schild vor dem Parkplatz: Camper verboten. Nach kurzer Diskussion (ich bin da ein Angsthase, möchte lieber nicht hier bleiben) fahren wir ein kleines Stück ins Landesinnere und finden einen herrlichen, ruhigen Platz an einem Picknickplatz.

Morgens eine kleine Entdeckungsrunde, wir finden eine alte Ruine, Klettersteige und kleine Bächebis wir wieder auf einem normalen Weg landen. No 2 Minuten später kommt ein junger Mann auf einem Quad angefahren und meinte, wir wären hier auf Privatgrund – ok. kein Problem, wir gehen gleich weiter. Die nächste Station heißt Sines, ein Städtchen direkt an der Atlantikküste. Es findet sich ein wunderbarer Platz auf den Klippen, wir machen gleich einen kleinen Spaziergang. Auf dem Rückweg fangen uns zwei nette Mädels, Sina und Jessi aus Deutschland, ab, sie fragen, ob wir ihnen mit Wasser aushelfen könnten. Es stellt sich heraus, dass an ihrem Wohnmobil der Kupplungszug gerissen ist und sie nun eine Werkstatt suchen. Ihre Versicherung wollte sich darum kümmern, aber sie stehen nun schon 3 Tage und keiner meldet sich ?? In der Henriette trinken wir einen Tee zusammen und verquatschen uns. Später marschieren sie mit 10 Liter Wasser zurück zu ihrem Wohnmobil.

20.11. unser Eltern-Gen kommt durchwir schauen auf unserer Morgenrunden gleich nach den Zwei. Natürlich hat sich die Versicherung noch immer nicht gemeldetdie beiden sind ziemlich frustriert. So schlagen wir Ihnen vor, dass wir sie zu ein paar Werkstätten in der Umgebung und zum Einkaufen fahren könnensie freuen sich wie Bolle über das Angebot, eine halbe Stunde später sitzen sie bei uns im Auto !! Die erste Werkstatt kann ihnen nicht helfen, aber schon bei der nächsten haben sie Glück: der Chef sichert ihnen zu, dass er das Auto morgen reparieren kann. Glücklich und erleichtert erledigen Sie noch einen Großeinkauf beim Lidl, so sind sie erst einmal versorgt. Zurück an ihrem Auto bedanken sie sich überschwenglich und wir drücken ganz fest die Daumen, dass sie bald wieder auf der Strasse sind.

Da wir erst mal nichts mehr für die beiden machen können, verabschieden wir uns und fahren weiter an der Küste entlang. In Odeceixe wird ein Zwischenstopp eingelegt, hier kann man wunderschön auf dem Fishermanstrail laufenein Fernwanderweg von 230 Kilometer. Ich will mir noch schnell meine rote Jacke anziehenaber sie hängt nicht mehr am Haken an der Tür ?? Anscheinend hat ein Windstoß sie beim Öffnen der Tür weggewehtalso gibt es ab sofort keine Fotos mehr mit roter Jacke !! by the way, wir haben uns vorgenommen, dass wir diesen Trail gerne mal laufen würdenirgendwann !!!

In Park4night hatte ich zufällig einen einfachen Stellplatz auf der Wiese gefunden, nach ein wenig hin-und herschreiben auf Whatsapp bekomme ich die Info, dass wir gerne kommen können. 5 Minuten bevor die Sonne untergeht erreichen wir den Platzein bisschen im Wald versteckt und wirklich absolut ruhigphantastisch. Nachts gehen wir nochmals raus, um den wahnsinnigen Sternenhimmel zu bewundern. Bei der Morgenrunde stellen wir fest, dass hier wohl einige Aussteiger lebenüberall findet man kleine Hüttchen, Surfbretter, alte VW-Busse, Zelte und kleine Gartenbeete. Wir könnten uns auch vorstellen, hier zu leben, einfach sehr entspannt.

Weiter geht es an der Küste entlang bis zur südwestlichsten Stelle Europasdem Cabo de Sao Vicente. Hier steht ein großer Leuchtturm, er wurde 1846 built, hat eine Feuerhöhe von 86 Metern und gilt als einer der lichtstärksten Leuchttürme Europas. In the year 1908 erhielt er eine Erhöhung um 5,7 Meter und die größteFresnel”-Linse der Welt. Die Aussicht ist umwerfend, tolle Steilküste, azurblaues Meer und natürlich ein strahlend blauer Himmel.

Ein paar Kilometer weiter erreichen wir Sagres, schauen uns das Nationaldenkmal, die FestungFortaleza de Sagres” an – quasi die Wiege der portugiesischen Seefahrer. Hier soll der Seefahrer Heinrich um 1420 seine Segelschule betrieben haben, unter seiner Leitung entstand die erste Karavelleein Schiff, das gegen den Wind kreuzen konnte und somit die Winde des Atlantik perfekt ausnutze. Damit war der Grundstein gelegt für den Aufstieg Portugals zu einer Weltmacht.

Unsere Nachtplatz finden wir in Burgau, a small, verschlafenes Fischerörtchen. Auf dem Stellplatz steht ein weiteres Offroad-Fahrzeug aus Berlin namens Karlchen, da stellen wir uns natürlich gleich daneben. In einer Strandbar genießen wir ein kühler Bier, erstehen in der örtlichen Pizzeria noch zwei Pizzen, dann geht es wieder zur Henriette. Mittlerweile sind unsere Nachbarn auch zu Hause, sie begrüßen uns schon von weitem und wir halten ein kleines Schwätzchen. Bevor unsere Pizza allerdings ganz kalt wird, verabschieden wir uns, verabreden uns später auf ein Glas Wein. So sitzen wir abends alle gemütlich in der Henriette und es werden viele Reiseerlebnisse ausgetauscht.

Saturday, 22.11.: da ich am Abend vorher im Örtchen eine Bäckerei gesehen habe, mache ich mich vor dem Frühstück gleich auf den Weg dorthin. Leider waren die Brötchen diese Mühe nicht wert, sie schmecken recht strohig – no matter !! Nach dem Kaffee geht’s nochmal zu einem Schwätzchen zu Marina und Michael, wie immer vergeht die Zeit wie im Flug. Es ist schon 13.00 Uhr als wir unseren Motor starten, wir wollten uns heute noch die Ponta da Piedade bei Lagos anschauen. Das gestaltet sich sehr unproblematisch: hier gibt es einen riesigen, kostenfreien Parkplatz (steht zwar auch ein Schild, dass Camper verboten seien, aber das scheint keinen zu interessieren, es stehen schon über 20 Mobile auf dem Platz). und keine 200 Meter weiter stehen wir auf den Klippen und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus: die Kalksteinküste ist spektakulär, die Natur hat hier unfassbar tolle Formationen, Grotten, Steinbögen, Höhlen und Felsvorsprünge gebildet. Die Felslandschaft erstrahlt in warmen Gold- und Brauntönen, umspült vom türkisfarben, glitzerndem Wasser- wirklich wunderschön, just look at the photos:

Man könnte diese Landschaft noch ewig anschauen, aber es gibt hier noch mehr zu entdecken. So steuert Hans-Peter unser Mädchen rund 50 Kilometer ins Landesinnere zu dem kleinen Örtchen Alferce. Hier gibt es einen richtig schönen, nagelneuen, kostenlosen Stellplatz – what more does the camper heart want ?? Ein paar Meter weiter beginnt der WanderwegPassadicos Barranco du Demo” (Wanderweg durch die Schlucht des Flusses Demo) – ein Holzbohlenweg mit einer Hängebrückeden wollen wir morgen wandern, wir freuen uns schon !!

Sunday, 23.11.: perfektes Wanderwetternicht zu warm, aber sonnig und trocken !! In der App Komoot finden sich 13 Wanderungen von diesem Standort aus, wir entscheiden uns für eine 11 Kilometer lange Strecke. To 500 Metern hören wir im Wald laute Stimmen, Gebimmel und Hundewir denken dass eine Ziegenherde umgetrieben wird ?? Ein Einheimischer kommt auf uns zu und versucht zu erklären, dass wir hier warten sollten (eine halbe Stunde), es wäre zu gefährlich weiterzulaufen, da viele aggressive Hunde herumrennen würden. Wir verstehen die ganze Aktion nicht richtig, laufen ganz langsam weiter. Um die nächste Ecke erklärt sich die Situation: hier wird gejagt, die Hunde haben Klingeln um den Hals und sollen das Wild aufstöbern. Ein paar rennen um uns herum, sie sind komplett im Jagdfieber und interessieren sich nicht die Bohne für uns bzw. Quappo. Ganz langsam laufen wir weiter, Quappo natürlich an der Leine, nicht dass er mit einem Reh verwechselt und abgeschossen wird. Ein paar Kurven weiter entspannt sich die Lage und wir können ganz unbeschwert die Natur genießen. Zweimal kreuzt ein Bach den Weg, wir ziehen die Schuhe aus und laufen barfuss durch. To 3 Stunden erreichen wir den Holzbohlensteg und die Hängebrückeeine riesige Strecke wurde hier erbaut. Unser Vierbeiner meistert die wackelige Brücke souverän, gar kein Problem für ihn. Noch einmal den Berg hinauf, dann sind wir zurück am Auto, setzen uns in die warme Sonne und legen die Füße hoch.

Montag, 24.11.: das Wetter lässt heute etwas zu wünschen übrig, so we decide, uns erst einmal wieder um die Wäsche zu kümmern. In Silves gibt es eine kleine Waschstation neben dem Supermarkt, das klingt doch gut. Während die Waschmaschine arbeitet, können wir die Einkäufe erledigen, nach einer guten Stunde ist alles erledigt. So haben wir noch Zeit, uns das Städtchen und die riesige Burganlage anzuschauen. Lobend zu erwähnen ist, dass das Städtchen tatsächlichpetfriendlyist und Quappo sogar in die Burganlage mit rein darf. Die rote Sandsteinburg beherrscht die Landschaft und erinnert an die Zeit, als diese beschauliche Stadt die Hauptstadt der maurischen Algarve war. Fast fünf Jahrhunderte lang war sie das politische und kulturelle Zentrum der Region, ihr Reichtum und Entwicklungsgrad stand Granda und Sevilla nicht nach.

Zum Übernachten biegen wir in den Wald ab, finden eine ruhige Stelle neben einem kleinen Bach. It's time again, unsere Toilette sauber zu machen, das können wir hier ganz ungestört erledigen.

Glücklicherweise kommt am nächsten Tag die Sonne hervor, der perfekte Tag für einen Strandbesuch: wir versuchen in Carvoeiro, Bengali und Marinha irgendwie in Strandnähe zu kommenaber das ist unmöglich. Die Strassen sind für Wohnmobile gesperrt, respectively. es gibt keine Parkmöglichkeiten für unser Mobil. So fahren wir weiter an den Praia dos tomateshier gibt es einen riesigen Platz, auf dem schon geschätzt 50 Mobile parken. Direkt am Meer, ein riesiger, wunderbarer Sandstrand mit schönen Sandsteinformationen. Zum Baden ist es etwas zu kalt, daher begnügen wir uns mit einem tollen Strandspaziergang.

Abends schauen wir uns den Sonnenuntergang anmuss einfach immer sein, wenn man die Möglichkeit hat !!

Wednesday, the 26.11. – mein Reiseführer sagt mir, dass man unbedingt das Städtchen Tavira besuchen solltedas wirklich schönste Örtchen an der Algarve. Meine Männer haben langsam keine Lust mehr auf irgendwelche hübsche Dörfchen, so braucht es etwas Überredungskunst :). Tatsächlich ist Tavira sehenswert, es gibt eine sehr hübsche, kleine Altstadt, viel Gastronomie und kleine, individuelle Geschäfte. Der Nachsaison geschuldet, sind die meisten Tische und Stühle nicht besetzt, aber trotzdem herrscht hier eine nette Atmosphäre. Nach dem Bummel entscheiden wir uns für ein Plätzchen Richtung Berge, only 6 Kilometer später stehen wir alleine auf einem Hügel mit einer phänomenalen Aussicht auf das ganze Gebiet.

Auf dem morgendlichen Spazierrunde entdecken wir noch ein paar weitere Camper, die den Weg hier hoch gefunden haben. So, auf der nächsten Strecke müssen wir Portugal verlassenes geht zurück nach Spanien.

Uns hat Portugal unfassbar gut gefallen, es gibt hier wirklich alles, was man zu einer tollen Reise braucht: nette, historische Städtchen, viel Geschichte und Kultur, atemberaubende Strände, ruhige, entspannte Flecken in der Natur, gute Infrastruktur wie Wasser nachfüllen, einkaufen etc. – es gibt nur einen kleinen Punkte Abzug für die Hundeunfreundlichkeit. Ganz sicher werden wie wieder einmal hierherkommen !!

Kurz hinter Tavira erreichen wir schon die spanische Grenze und ein paar Kilometer weiter sind wir in Islantilla. Hier wollen wir Helga und Garreld treffen, wir hatten uns in Zumaia und Burgos getroffen. Die beiden haben einen tollen Platz direkt am Strand, sie überwintern hier bis Mai.

Mittags wagen wir tatsächlich ein kurzes Erfrischungsbad, lassen uns danach von der Sonne schön aufwärmen. Mitten in diesem Urlaubsstädtchen suchen wir abends ein Lokal, um eine Kleinigkeit zu essendas gestaltet sich schwieriger als gedacht: die meisten Restaurants sind am schließen bzw. haben schon ganz geschlossen, nur noch ein paar Bars sind geöffnet. Ein Burger-King hat tatsächlich noch offen, so müssen wir halt damit vorlieb nehmen. Später gesellen sich Helga und Garreld zu uns, wir sitzen gemütlich zusammen, trinken portugiesischen Wein und verbringen einen sehr netten, unterhaltsamen Abend miteinander. Die beiden sind super sympathisch, es kommt einem vor, als ob man sich schon ewig kennen würde.

Auch der nächste Tag verwöhnt uns: die Sonne strahlt von morgens bis abends !! Nach einer ausgiebigen Strandrunde nutzen wir endlich unsere Campingstühle – splendid. Später geht es mit Garreld und Helga in ihrem alten Mercedes zurück nach Portugal: wir schauen uns Vila Nova de Cacela an- ein Mini-Örtchen an einer traumhaft schönen Lagune. Abends verabreden wir uns zu einem Spiele-Abend: bei Skip-Bo und Triomino verbringen wir einen sehr lustigen, fröhlichen Abend miteinander.

Saturday, the 29.11. – wir müssen uns leider von Garreld und Helga verabschiedenaber wir haben ausgemacht, dass wir uns irgendwann einmal wiedersehen !! So ein netter Spieleabend muss unbedingt wiederholt werden 🙂 Auf der Autobahn geht es durch unspektakuläre Landschaft weiter. Unterwegs können wir nochmals kostenlos und problemlos Wasser nachfüllen, das ist echt sehr komfortabel hier. Unser nächster Stop ist Sevillaalle Strassen führen über diese Stadt, so haben wir entschieden, hier eine Nacht zu verbringen. In der Nähe der Sportplätze findet sich ein riesiger Parkplatz, hier stehen (trotz Verbotsschilder) schon einige andere Wohnmobil. Von hier aus können wir zu Fuss in die Stadtin nur ein paar Metern sind wir im Stadtviertel Trianaund damit Mitten im Leben. Es sind unfassbare viele Menschen auf den Strassen, überall wird getrunken, gegessen, es ist laut und fröhlich. Die Damen sind herausgeputzt mit todschicken Klamottenmeist Miniröcken und Pelzjacken, es macht Spass, sich hier umzuschauen.

Zwei Kilometer weiter das gleiche Bild: es ist herrlich viel Leben in den Strassen, es wird überall getrunken, die Gastronomen haben hier ein leichtes Spiel. Wir klappern die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ab: Metropol Parasol, La Giralda, Alcazar und den Plaza de Espanaalles ist wunderschön und absolut beeindruckend. Aber am besten gefällt uns wirklich diese Stimmung überall: die vielen Menschen (es ist November :), die Lautstärke, Musik und Ausgelassenheitpure Lebensfreude !! In einem kleinen Restaurant essen wir spanische Gerichte, machen uns später langsam wieder auf den Rückweg. Also, Sevilla ist in meine persönlichen TOP-TEN Städte-Liste aufgerückt. !!!!!

Geplättet von dieser Stadt schlafen wir wie die Murmeltiere und bekommen am nächsten Morgen nur schwer die Augen auf. Am liebsten würden wir noch einen Tag verlängernaber wir haben am Montag ja einen Termin für den Tierarzt ?? So fahren wir das letzte Stück in Europadurch endlose, riesige Olivenhaine, grüne Wälder und recht unbewohnte Landschaften. Angekommen in Palmones sehen wir schon von weitem unseren Stellplatz: hier tummeln sich ganz viele Camper auf einem Parkplatz, darunter auch ein paar Geschwister von Henriettewir gesellen uns hinzu. Von allen Seiten kommen gleich neugierige Nachbarn an, die üblichen Fragen werden gestellt: wohin geht es bei euch ?? Wie lange seid ihr unterwegs ?? Seid ihr das erste Mal in Marokko ??? Nach dem Smalltalk machen wir uns auf den Weg zu Carlos, er ist der Mann für die Fährtickets hier, jeder kauft die Überfahrt bei ihm. Kurze Zeit später haben wir unsere Fahrkarte in der Hand, nun schauen wir noch, wo der Tierarzt istbei ihm haben wir ja am nächsten Morgen einen Termin. Alles ist geklärt, es werden noch ein paar Einkäufe beim Lidl, Baumarkt und Bäcker erledigt. morning at 6.00 Uhr werden wir durch die Müllabfuhr lautstark gewecktkurze Zeit später krabbeln wir aus dem Bett.

Nach dem Frühstück mache ich mich mit Quappo auf dem Weg zum Tierarzt, dummerweise sind gerade 3 Männer mit ihren Pudeln vor mir durch die Tür gegangen. So heißt es erst einmal wartenund warten. eine gefühlte halbe Stunde später nimmt sich eine nette Tierärztin uns an, erledigt den Papierkram, untersucht den Vierbeiner und stellt uns das Gesundheitszeugnis ausnun haben wir also alles !! Shortly after 12.00 Uhr machen wir uns auf den Weg zur Fähre und stehen erst mal brav in der Schlange. Zwei Stunden später kommt Bewegung auf, wir werden in den Bauch der klepprigen Fähre gelotst. Auf dem Schiff können wir auch gleich einreisen, d.h. unsere Pässe werden gescannt und wir bekommen unsere Stempel. Tel – der erste Teil war schon mal problemlos. After just under 3 Stunden Fahrt erreichen wir den neuen Kontinentbei einem wunderschönen Sonnenuntergang. Nun werden wir mit dem Auto durch ein paar Korridore geführt, bis wir zur Zollkontrolle kommen: hier werden alle Fahrzeuge durchleuchtetimmer 5 Stück auf einmal. Bei der Anzahl der Fahrzeuge, die vor uns stehen, rechnen wir aus, dass wir noch eine Weile hier stehen !!

So ist es auch, es dauert alles sehr lange. Bis Henriette endlich gescannt und verzollt ist, ist es schon stockdunkel. Da wir alle geschafft sind, bleiben wir auf dem großen Parkplatz im Hafen stehenmit allen anderen Campern zusammen. Es herrscht noch richtig viel Leben: die SIM-Karten Verkäufer überbieten sich mit ihren Angeboten, die Geldwechsler rufen auch aus allen Eckenman merkt sofort, dass wir nicht mehr in Europa sind !! Jetzt erst einmal schlafen, morgen schauen wir weiter.